
Langsam sinke ich in das erlösende Nichts eines lang ersehnten Schlafes.
Von wohltuender Dunkelheit umhüllt, verschwindet auch der letzte quälende Gedanke.
Meine Seele fliegt auf den Schwingen meiner Träume einer glückseligen Leere entgegen.
Hoffnung und Sehnen, dass dieser Zustand niemals vergeht.
Doch gibt es nichts Gnadenloseres als die Zeit.
Erste Unruhe, das Erahnen eines Erwachens.
Während mein Verstand noch ein unbeschriebenes Blatt, wälzt sich mein Körper in der Vorahnung einer unerträglichen Wirklichkeit umher.
Alle Traumbilder verblassen.
Die Leichtigkeit und der Schutz der Nacht verlieren sich im heller werdenden Licht des Tages.
Noch fühle ich mich wohl, in der unschuldigen Schlaftrunkenheit meines Daseins.
Doch drängt sich unaufhaltsam Stück für Stück etwas in mein Bewusstsein, was ich mit größter Anstrengung versuche zu vermeiden.
Und dann ist sie da, die unvermeidliche Realität.
Unendliche Verzweiflung erobert mein ganzes Fühlen.
Eine Schwere lastet auf meinem Körper, unfähig mich zu bewegen.
Aufzustehen erscheint mir völlig unmöglich.
Quälende Gedanken längst vergangener Zeiten überfluten mich.
Ich kann ihnen nicht ausweichen, egal was ich auch versuche.
Es gibt kein Entrinnen.
Schier unmenschliche Kraft ist notwendig – Kraft die ich nicht habe und doch Tag für Tag aufbringe – um meinen Körper der Geborgenheit meines Bettes zu entreißen.
Verzweiflung und Trostlosigkeit erfassen mein ganzes Wesen.
Ohne Hand, die mich führt und mir das Leben zeigt, ergebe ich mich schluchzend den Pflichten und Forderungen eines unbedeutenden Alltags.
Wie sehr sehne ich mich doch nach meiner über alles geliebten Nacht, und dem erlösenden Nichts einer glückseligen Leere.
06.04.2020 / seelenstille.com – texte&gedichte